Negativzinssatz/Libor Klausel


Im Zuge der Aufgabe der Intervention der Schweizer Notenbank zur Stützung des Kurses von EUR/CHF 1.20 wurde auch ein "Strafzinssatz" eingeführt bzw. dieser erhöht. Einlagen in CHF werden mit einem "negativen Zinssatz" versehen, bei Ausleihungen erfolgte eine positive Verzinsung (!). Mit dieser Maßnahme soll ein Anreiz geschaffen werden, der die Nachfrage nach CHF dämpft (Negativzinssatz auf Guthaben) und weiteren Kurssteigerungen entgegenwirkt.

 

Auf Basis der meisten Kreditverträge ist dieser Negativzinssatz klar an den Kunden weiterzugeben. Das bedeutet, dass bei einen "Aufschlag" von 1% auf Libor bei einem Libor von -0,7% die verrechneten Zinsen auf Kundenseite nur 0,3% betragen dürfen.

 

Unseren Gutachtern zufolge bekommen auch die Banken die Zinsen bei den Krediten in der Refinanzierung durchaus gutgeschrieben, die Refinanzierungskosten sind also ebenfalls gesunken. Schon aus diesem Grund ist der Vorteil an den Kunden weiterzugeben. Das formalistische Argument, das Wesen eines Kredites wäre die Zinszahlung des Kunden (und nicht der Zinserhalt) übersieht die Ausgleichsfunktion dieser Maßnahme. Der Kunde hat ja auch das Risiko im CHF zu tragen und ist seit der Finanzkrise mit einer massiven Obligoausweitung konfrontiert.



Ist der Libor negativ, ist dieser Vorteil laut den meisten Kreditverträgen an den Kunden weiterzugeben.